The Information We Broadcast

April 28th, 2009

Die so genannte “swineflu” kursiert derzeit im Web, Twitter ist voll davon, etliche Blogs und Newsseiten berichten von der Schweinegrippe, die ihren Ursprung in Mexico City hat.

Aus meiner Sicht ist viel davon Panikmache. Wenige Todesfälle gab es bis jetzt nur in Mexiko und wenn man die Anzahl dieser Todesfälle mit derer durch andere Krankheiten vergleicht ist sie geradezu verschwindend gering. Damit will ich sagen, dass die Nachrichtenflut zum Thema swineflu keineswegs im Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht.

Das verwunderliche dabei ist, dass jede Menge “Webaktivisten” unter ihrem eigenen Namen bei Twitter und auf ihren Blogs ihren Teil dazu beitragen.

Das Web ist im Wandel, Social Networks öffnen sich, wir reden vom „Social Web“, indem Unterhaltungen über Webseiten und Portale hinaus stattfinden und sich dementsprechend Aussagen der jeweiligen Personen über das Web verfolgen lassen. Wir sind nicht länger innerhalb der Grenzen von Facebook & Twitter, sondern weit darüber hinaus unterwegs.

In einer User Befragung im Rahmen meiner Arbeit war ein Trend sehr auffällig: Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um ihre Privatsphäre im Web, melden sich teilweise wieder bei Social Networking Seiten ab und treten nur noch im beruflichen Kontext im Web auf.

Mit dem Wissen, dass alles was wir tun und sagen im Web, auffindbar ist wächst also auch das Bedürfnis nach Schutz der eigenen Privatsphäre und vor allem das Bedürfnis nach Schutz vor dem „Lärm“, den das eigene Netzwerk im Facebook- oder Twitter Stream verursacht.

Die Transparenz im Web führt also langfristig zu wesentlich reflektierterem Verhalten und der Frage „Was ist relevant für mich und mein Netzwerk?“. Wenn ich mir nun als aktiver Teilnehmer im Web die Frage stelle, ob der 1000ste tweet über swineflu interessant oder relevant für mein Netzwerk ist. Dann ist die Antwort Nein.

Für mich gibt es dabei 3 Stufen von Informationen, die ich ins Netz sende:
a.) meine engen Freunde und Verwandten darüber informieren wo ich bin und wie es mir geht (e-mail und facebook)
b.) meine Freunde und Bekannte unterhalten (facebook)
c.) Mehrwert im beruflichen Kontext – Nachrichten- und Hintergrundinformationen für meine „follower“ schaffen (twitter)

Interview With Tim O’Reilly About The Future Of The Web: The ‘Sensor Web’

April 14th, 2009

Super Interview, welches auf der Web2.0 Konferenz Anfang April aufgezeichnet wurde. Es geht u.a. um die Revolution auf dem Handy dank neuer Technologien wie GPS, Sprach- und Gesichtserkennung.

Wired.com: Tim O’Reilly Talks Web2.0

The New Mobile Ecosystem

April 1st, 2009

Eigentlich ist das ‘Ecosystem’ gar nicht so neu, es ist viel eher die Adaption der bestehenden Medienbranche. Da ich jahrelang in der Medienbranche gearbeitet habe, liegt ein Vergleich mit Selbiger nah.

Damit beispielsweise eine Zeitschrift funktionieren kann, bedarf es drei wichtiger Elemente: Journalisten (Content), Leser (User) und Werbekunden. Je besser der Content, der durch die Redaktion bestimmt wird, desto größer die Leserschaft, je größer die Leserschaft, desto mehr sind Werbekunden bereit für Werbung in der entsprechenden Zeitschrift zu zahlen.

Wenn ich nun dieses Modell mit einem Mobilfunkbetreiber vergleiche, so sind die Journalisten die App Developer, die Leser die Mobilfunkkunden und die Werbekunden bleiben die Werbekunden.

Damit das Modell für einen Mobilfunkbetreiber funktionieren kann, muß er seine Plattform, also seinen App Store, bei App Developern, Mobilfunkkunden und Werbekunden gleichermaßen positionieren. Das beginnt damit, dass er ein möglichst genaues Profil seiner Kunden durch Nutzungs-, soziodemographische und ortsbezogene Daten hat. Wenn das gegeben ist, stellt sich die Frage welche Apps und an welcher Stelle diese angeboten werden. So können gezielt Apps entwickelt werden und gezielt Apps für Kunden ausgesucht und angeboten werden. Wenn diese Struktur steht, die immer dynamisch bleiben muss, kann er seinen Werbekunden konkrete (Themen)Umfelder und konkrete Nutzer bieten.

Dabei hat der Mobilfunkkunde immer die Wahl zwischen a.) kostenlosen Apps mit Werbung oder b.) kostenpflichtigen Apps ohne Werbung.

So oder so wird eine der wichtigsten künftigen Einnahmequellen der Mobilfunkbetreiber in der Werbung liegen - wenn sie ihre Kunden kennen und ihre Bedürfnisse verstehen.

My 2 Cents On Google In The Mobile Space

März 8th, 2009

Google hat das Ziel jegliche verfügbare Informationen zu organisieren und zu sammeln. Im Interview mit Charlie Rose hat Eric Schmidt, CEO von Google ein sehr interessantes Szenario beschrieben:

“When somebody types something today, they’re really typing in the context of their history, their background, what they know, their belief systems and so forth. And if they give us permission, we can give some of that to give them more accurate information. So now let’s imagine for purposes of argument a situation where you’re walking down the street, and it’s with your mobile phone and your GPS. So why can’t my phone generate the searches that I should have been asking. It knows what I care about. I’m a fan of history. When I walk down the streets of New York, why doesn’t it tell me the history of every building so that I don’t have to bother to type, I can just see it.

Imagine the situation where the person, the GPS, the phone and this constant searching creates a narrative stream.
It’s highly personal and highly entertaining. Entertain me.”

Ich muss also nicht mehr selbst initiiert einen Suchbegriff eingeben, vielmehr liefert mein Handy automatisch aufgrund meines Interessenprofils und - dank GPS – meiner Location auf mich persönlich zugeschneiderte Daten genau in dem Augenblick, in dem ich sie benötige.

Wichtig dabei ist, und das räumt Schmidt auch ein, bestimmen zu können wann, wie und wo ich diese Informationen auf mein Handy geliefert bekommen möchte. Schließlich gibt es jede Menge Situationen, in denen ich diese Art des Informationspushes als störend empfinde. Ähnlich verhält es sich bei Mobile Advertising, auch hier möchte ich vorher gefragt werden. Und genau hier liegt das grosse Potenzial für Google auf dem Handy.

Die Zukunft von Information (oder soll ich besser gleich sagen ’von Google’) wird personalisiert (also Kontextbezogen), mobil (also jederzeit und überall verfügbar) und durch Werbung finanziert sein.

The Location Scenario On Your Mobile

März 2nd, 2009

Location wird neben so genannten ’Social Features’ im Handy eine der Kernanwendungen werden. Meine Vision davon sieht so aus, dass alle personen- und Kommunikationsbezogenen Anwendungen rund um das Adressbuch integriert werden und mit selbigen interagieren. Wohingegen sich die ortsbezogenen Dienste um die Map drehen werden.

Google, Nokia, BlackBerry und weitere bieten ihr eigenes Kartenmaterial als Bestandteil der Benutzeroberfläche bzw. des Endgerätes an.

An ’Location’ wird der Anwender jedoch je nach Situation andere Ansprüche und Informationen benötigen. Die Frage ist, wie lassen sich diese Information sinnvoll in das Kartenmaterial integrieren und anwenden?

Wir bewegen uns immer mehr von der Massenmarkt-Sicht weg zu einer Segmentierung des Konsumentenmarktes hin. Man könnte auch sagen von General Interest zu Special Interest. Dieses Prinzip hat sich schon längst im Mobilfunkmarkt durchgesetzt.

Wenn also jedes Endgerät Kartenmaterial beherbergt, möchte ich für mein jeweiliges Informationsbedürfnis eine Art Layer haben, der sich auf das Kartenmaterial schiebt und mir die entsprechende Anreicherung des Kartenmateriales mit Inhalten darstellt. Beispielsweise die Umgebungssuche. Warum nicht Inhalte eines Reiseführers wie Lonely Planet inkl. Bewertungen, das öffentliche Verkehrsnetz der jeweiligen Stadt oder eben das ’Social Net’, also meine Freunde aus dem Adressbuch mit deren Status, per Klick auf das Kartenmaterial ziehen?

Aus Sicht vieler klassischer Content-Anbieter entsteht somit wieder eine neue sinnvolle Zweitverwertung von Inhalten.

Das Kartenmaterial ist also umsonst, der jeweilige ’Content of Interest’ kann dann im App Store beispielsweise per Session oder pro Edition erworben werden.

Mobile Megatrends by Vision Mobile

Februar 27th, 2009

Dank @FredMartinent bin ich über diese Präsentation von Vision Mobile gestolpert. Starke und umfassende Analyse der Trends in der Mobilfunkbranche, definitiv einen Blick wert:

Mobile Megatrends 2009 (VisionMobile)

The Current iPhone’s Time Has Come And Gone

Februar 20th, 2009

Mobile World Congress nähert sich dem Ende. Die Gerätehersteller haben mehr oder weniger ihre Antwort auf das iPhone mit Touchscreens, Betriebssystemen und App Stores vorgestellt. Auf den ersten Blick war kein „iPhone Killer“ dabei, bei näherer Betrachtung jedoch bin ich zu einer etwas differenzierten Meinung gekommen.

Applikationen auf dem Handy
Die, sagen wir, traditionellen Gerätehersteller wie Nokia, Sony Ericsson, oder Samsung warteten mit jeder Menge Kooperationen mit Social Networks oder IM Diensten wie Skype, Fring & Co. auf. Erstmal ist die Nutzung solcher Dienste nichts neues, gerade aus Sicht des iPhones regelrecht langweilig. Der Unterschied liegt jedoch bei der Integration der Services in das Betriebssystem des Endgerätes. Beim iPhone läuft alles in einer Applikation währenddessen beispielsweise Nokia hergeht und Anwendungen wie Skype „nativ“ in das Betriebssystem integriert und mit traditionellen Anwendungen wie beispielsweise dem Adressbuch „verheiratet“. Dadurch bekommt die Nutzung von Diensten auf dem Handy ein ganz anderes Qualitätsniveau. Das kann das iPhone derzeit nicht leisten.

App Store
Die meisten App Store Modelle, wie beispielsweise der Android Market sehen ein Revenue Share mit den Mobilfunkbetreibern vor. Oder beispielsweise Nokia kooperiert mit T-Mobile’s web’n’walk widgets. Nicht der Fall bei Apple’s iPhone. Give to get!

Eingabemethoden bzw. Touchscreen
Apple’s Multi-Touch Technologie ist noch führend bei den Endgeräten, die bereits im Markt sind (!), aber auch hier steht die Entwicklung noch am Anfang. Und wer sagt, dass Touchscreen das Ende der Fahnenstange ist?

Hat das iPhone also lediglich den First-Mover-Advantage und Imagevorteil oder wird Apple es (auch) langfristig schaffen, sich im Handymarkt zu den Main Playern zu zählen? Dazu gehört ein tiefes Verständnis von Mobilfunktechnik und die Erfahrung mit etwaiger. Und ach ja, die 4. Generation Netztechnologie (LTE) wird den Markt noch mal vor eine völlig neue Herausforderung stellen. Schließlich spielt sie den Netzbetreibern wieder einen großen Vorteil gegenüber den Mitstreitern aus Internet und Hardwaretechnologie zu!

… Nothing is more exciting right now than the Mobile Industry!

Image: LG Arena (via Gizmodo)

Image: 3D UI of the new LG Arena (via Gizmodo)

Google And Sony Ericsson, What A Nice Couple!

Februar 14th, 2009

Bevor der Mobile World Congress in Barcelona überhaupt erst angefangen hat, heißt es bereits, dass Google’s Android, neben HTC und 1-2 kleineren Playern, erstmal keine Endgeräte mit weiteren Playern wie Samsung und Co. zum besagten Ereignis launchen wird.

Die großen Endgerätehersteller haben (nun) ein gesteigertes Interesse ihre eigenen Plattformen zu stärken bzw. aufzubauen. Dementsprechend bleiben für Android Hersteller wie HTC oder Neuzugänge wie Garmin oder Asus als Partner. Schließlich können diese nur profitieren von der gigantischen User Base, die Google mitbringt.

Das Problem dabei ist jedoch, dass Google es mit diesen Herstellern nie schaffen wird, ein echtes Killer-(i)Phone zu entwickeln, sondern immer nur im Mittelfeld spielen wird.

Aus Branchenkreisen wird zunehmend verlautbar, dass Sony Ericsson in massiven Schwierigkeiten steckt. Die Entwicklung bereits angekündigter Modelle wurde eingestellt und die finanzielle Lage ist mehr als düster.

Sony Ericsson hat es in den vergangenen Jahren exzellent verstanden sich mit seinen Walkman und Cam Phones in den entsprechenden Segmenten zu positionieren. Damit hat Sony die Kernkompetenz aus dem Stammgeschäft hervorragend in den Mobilfunkmarkt verlängern können. Was dabei allerdings zu kurz gekommen ist, ist der Aufbau und die Weiterentwicklung der eigenen Plattform und somit die Differenzierung im Mobilfunkmarkt von morgen.

Sony Ericsson’s Marktwert dürfte derzeit ein neues Tief erreicht haben. Man sagt, das sind gute Momente, um eine Firma oder einzelne Teile einer Firma zu kaufen…

Is There a Future for Mobile Browsing?

Februar 1st, 2009

Interessanterweise war vor dem iPhone der Zugriff zum Internet fast ausschließlich über den jeweiligen Browser des Handys möglich. Dabei wurde die Desktop PC Erfahrung allzu selbstverständlich auf das Handy übertragen, ohne die Frage zu stellen, ob der Browser tatsächlich der nutzerfreundlichste Zugriff auf das Internet vom Handy aus ist.

Neben der Seitendarstellung und dem Navigieren durch eine Webseite dank Touchscreen hat Apple durch den App Store neue Formen der Internetnutzung auf dem Handy ermöglicht.

Somit werden mehr und mehr Internetanwendnungen durch direkten Zugriff per App genutzt. Die App ersetzt den Browser.

Welche Internetanwendungen bleiben also eigentlich am Ende, die nicht durch eine App ersetzt werden können? Sogar für die Google Suche gibt es eine eigene App, erst bei klick auf ein Suchergebnis erfolgt die Weiterleitung an den Browser. Ähnlich ist es bei Links, die in Emails oder bei Twitter gepostet bzw. „getweetet“ werden. In der Regel wird auf Artikel, Fotos und Video content verlinkt. Letzten Endes ließe sich auch hier der Browser ersetzen, nämlich durch einen Picture Viewer, einen Video Player oder einen ’Textviewer’. Im letzen Fall ähnlich also wie beim Kindle von Amazon.

Somit könnte schon bald auf das lästige Navigieren durch mobile Webseiten verzichtet werden und für Webseitenbetreiber würde sich die Frage nach einer optimierten mobilen Version der Seite erübrigen. Es würde lediglich die Entwicklung einer App von Nöten sein.

Oder ist am Ende das Betrachten der tatsächlichen Webseite doch ein unverzichtbarer Teil des mobilen Internets?

I Want Facebook as Operating System on My Mobile

Januar 23rd, 2009

Facebook entwickelt sich mehr und mehr zu einer Plattform im Internet, auf der ein Großteil der Bevölkerung Freunde, Internetaktivitäten und Applikationen verwalten - ähnlich wie Windows lokal auf dem PC – wäre es dann nicht auch nahe liegend diese Plattform als Betriebssystem für Handys zu nutzen?

Benutzeroberflächen wie Microsofts Windows oder Apples Mac OS X wurden ursprünglich für die lokale Datenverwaltung auf dem PC bzw. Mac erstellt.

Heute, wo das Internet eine immer zentralere Rolle in unserem Leben spielt, liegt es nahe etablierte Webplattformen mit Betriebssystemen gleichzustellen. Bestes Beispiel: Google mit Android.

Warum Facebook?
Weil Facebook personenzentriert ist und dementsprechend die Kommunikation mit Familie, Freunden und Bekannten im Vordergrund steht. So ist es auch mit dem Handy. Auf Facebook nutzen wir bereits fleißig verschiedene Applikationen, die somit automatisch auf der Benutzeroberfläche des Handys integriert werden könnten. Klassische Handydienste wie Telefonie und weitere Tarifoptionen könnten über eine Art App Store des Mobilfunkbetreibers hinzugebucht und verwaltet werden. Why not the other way around?

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Image: Facereviews.com