Archive for April, 2009

The Information We Broadcast, Part II: Mobile

Mittwoch, April 29th, 2009

Nachdem ich nun im letzten Post viel eher darüber gesprochen habe, welche meiner Online Netzwerke ich in welcher Form nutze, um Informationen zu broadcasten. Möchte ich mich in diesem Post der Frage witwen wie ich diese Netzwerke mobile auf meinem Handy nutze.

Schaue ich mich mir das Netwerk meiner Freunde und Bekannten an, unter b.) beschrieben, dann handelt es sich hier zum großen Teil um Leute, die in meiner Umgebung wohnen. In meinem Fall ist das Berlin Mitte/Prenzlauer Berg. Am Wochenende liebe ich es - als Gegensatz zu meinem Arbeitsalltag - den Tag nicht zu planen und einfach auf mich zukommen zu lassen. Dabei habe ich ungefähr 5 bis 10 Plätze, die ich besonders gerne und häufig aufsuche. Nennen wir sie meine ‘Comfort Zone’. Diese Plätze können Cafes, Bars, Restaurants, Märkte oder bestimmte Bezirke sein. Was ich besonders dabei genieße: Ich weiß, dass ich an diesen Plätzen in meinem ‘Spontan Mode’ Bekannten und Freunden begegne. Das dürften auch circa 5-10 Leute sein, den ich potentiell (gerne) hier begegne.

Angenommen ich definiere nun diese Plätze und diese Personen oder noch viel besser: Mein Telefon lernt für mich, welches diese Personen und Plätze sind. Wenn ich nun am Wochenende wieder einmal aus dem Haus gehe, um mich an einen dieser Plätze zu begeben und noch unentschlossen bin, wohin ich gehe. Dann wäre eine Mobile App, die mir anzeigt, welche dieser definierten Personen gerade an welchem meiner Lieblingsorte ist, ein kleiner Use Case mit echtem Benefit für mich.

Das generelle Problem, auf das ich hier stoße ist die Tatsache, dass meine Freunde nicht alle dasselbe Mobile Operating System nutzen und somit die Wahrscheinlichkeit, dass wir alle diese App nutzen könnten, damit es funktioniert, relativ gering ist. Der Mobilfunkmarkt schreit regelrecht nach plattformübergreifenden Standards. Ich wünsche mir nicht, dass wir alle irgendwann dasselbe Mobile Operating System nutzen, aber ich wünsche mir, dass Mobilfunkbetreiber ihre Plattformen öffnen, damit diese Art der ‘Mobile Intelligence’ Wirklichkeit werden kann.

The Information We Broadcast

Dienstag, April 28th, 2009

Die so genannte “swineflu” kursiert derzeit im Web, Twitter ist voll davon, etliche Blogs und Newsseiten berichten von der Schweinegrippe, die ihren Ursprung in Mexico City hat.

Aus meiner Sicht ist viel davon Panikmache. Wenige Todesfälle gab es bis jetzt nur in Mexiko und wenn man die Anzahl dieser Todesfälle mit derer durch andere Krankheiten vergleicht ist sie geradezu verschwindend gering. Damit will ich sagen, dass die Nachrichtenflut zum Thema swineflu keineswegs im Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht.

Das verwunderliche dabei ist, dass jede Menge “Webaktivisten” unter ihrem eigenen Namen bei Twitter und auf ihren Blogs ihren Teil dazu beitragen.

Das Web ist im Wandel, Social Networks öffnen sich, wir reden vom „Social Web“, indem Unterhaltungen über Webseiten und Portale hinaus stattfinden und sich dementsprechend Aussagen der jeweiligen Personen über das Web verfolgen lassen. Wir sind nicht länger innerhalb der Grenzen von Facebook & Twitter, sondern weit darüber hinaus unterwegs.

In einer User Befragung im Rahmen meiner Arbeit war ein Trend sehr auffällig: Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um ihre Privatsphäre im Web, melden sich teilweise wieder bei Social Networking Seiten ab und treten nur noch im beruflichen Kontext im Web auf.

Mit dem Wissen, dass alles was wir tun und sagen im Web, auffindbar ist wächst also auch das Bedürfnis nach Schutz der eigenen Privatsphäre und vor allem das Bedürfnis nach Schutz vor dem „Lärm“, den das eigene Netzwerk im Facebook- oder Twitter Stream verursacht.

Die Transparenz im Web führt also langfristig zu wesentlich reflektierterem Verhalten und der Frage „Was ist relevant für mich und mein Netzwerk?“. Wenn ich mir nun als aktiver Teilnehmer im Web die Frage stelle, ob der 1000ste tweet über swineflu interessant oder relevant für mein Netzwerk ist. Dann ist die Antwort Nein.

Für mich gibt es dabei 3 Stufen von Informationen, die ich ins Netz sende:
a.) meine engen Freunde und Verwandten darüber informieren wo ich bin und wie es mir geht (e-mail und facebook)
b.) meine Freunde und Bekannte unterhalten (facebook)
c.) Mehrwert im beruflichen Kontext – Nachrichten- und Hintergrundinformationen für meine „follower“ schaffen (twitter)

Interview With Tim O’Reilly About The Future Of The Web: The ‘Sensor Web’

Dienstag, April 14th, 2009

Super Interview, welches auf der Web2.0 Konferenz Anfang April aufgezeichnet wurde. Es geht u.a. um die Revolution auf dem Handy dank neuer Technologien wie GPS, Sprach- und Gesichtserkennung.

Wired.com: Tim O’Reilly Talks Web2.0

The New Mobile Ecosystem

Mittwoch, April 1st, 2009

Eigentlich ist das ‘Ecosystem’ gar nicht so neu, es ist viel eher die Adaption der bestehenden Medienbranche. Da ich jahrelang in der Medienbranche gearbeitet habe, liegt ein Vergleich mit Selbiger nah.

Damit beispielsweise eine Zeitschrift funktionieren kann, bedarf es drei wichtiger Elemente: Journalisten (Content), Leser (User) und Werbekunden. Je besser der Content, der durch die Redaktion bestimmt wird, desto größer die Leserschaft, je größer die Leserschaft, desto mehr sind Werbekunden bereit für Werbung in der entsprechenden Zeitschrift zu zahlen.

Wenn ich nun dieses Modell mit einem Mobilfunkbetreiber vergleiche, so sind die Journalisten die App Developer, die Leser die Mobilfunkkunden und die Werbekunden bleiben die Werbekunden.

Damit das Modell für einen Mobilfunkbetreiber funktionieren kann, muß er seine Plattform, also seinen App Store, bei App Developern, Mobilfunkkunden und Werbekunden gleichermaßen positionieren. Das beginnt damit, dass er ein möglichst genaues Profil seiner Kunden durch Nutzungs-, soziodemographische und ortsbezogene Daten hat. Wenn das gegeben ist, stellt sich die Frage welche Apps und an welcher Stelle diese angeboten werden. So können gezielt Apps entwickelt werden und gezielt Apps für Kunden ausgesucht und angeboten werden. Wenn diese Struktur steht, die immer dynamisch bleiben muss, kann er seinen Werbekunden konkrete (Themen)Umfelder und konkrete Nutzer bieten.

Dabei hat der Mobilfunkkunde immer die Wahl zwischen a.) kostenlosen Apps mit Werbung oder b.) kostenpflichtigen Apps ohne Werbung.

So oder so wird eine der wichtigsten künftigen Einnahmequellen der Mobilfunkbetreiber in der Werbung liegen - wenn sie ihre Kunden kennen und ihre Bedürfnisse verstehen.